Glossar für Außenbeleuchtung wie Innenbeleuchtung

Kleiner Wortführer für die wichtigsten Fachbegriffe und deren Bedeutung

Abblendwinkel: Der Winkel zwischen der Raumdecke und dem Ausstrahlungsbereich der Leuchtquelle. Ein relativ breiter Abblendwinkel von beispielsweise 25 Grad sorgt für einen großen Lichtkegel und gleichmäßige Verteilung des Lichts im Raum (Grundlicht z.B. einer Deckenleuchte), ein Abblendwinkel von beispielsweise 60 Grad fokussiert das Licht besser auf ein Objekt (Tischbeleuchtung, Arbeitsplatzbeleuchtung).

Abstrahlcharakteristik: Unterschiedliche Leuchtentypen, vor allem Schirmleuchten, geben ihr Licht in unterschiedlichen Winkelgrößen ab, auch durch die Form der Leuchte bzw. deren Schirm (symmetrisch oder asymmetrisch) wird die Abstrahlcharakteristik beeinflusst. DIe Abstrahlcharakteristik mancher Leuchten lässt sich durch Reflektoren, Linsen und Raster nach Bedarf bestimmen.

Acrylglas: → PMMA.

Applique: (in diesem Fall) Wandleuchte.

Akanthusblatt (-kelch, -fries): Häufig verwendetes Mastornament in Form der distelartigen Akanthuspflanze, sitzt meist zwischen Sockelelementen und schlanker Säule eines Gussmastes. → Akanthus (Ornament).

Altdeutsches Glas: (die offizielle Bezeichnung lautet "Altdeutsch K Weiss"). Klarglas, das beim Walzvorgang mithilfe einer nassen Holzlatte mit Lufteinschlüssen und einer leicht strukturierten Oberfläche versehen wird. Auch: Antikglas.

Ausstrahlungswinkel: Der Ausstrahlungswinkel einer Leuchte bestimmt die Größe des ausfallenden Lichtkegels. Während ein enger Lichtkegel, beispielsweise von 15 Grad bei Leuchten mit tiefgezogenem Schirm, das Licht sehr stark bündelt, beleuchtet ein breiter Lichkegek von beispielsweise 70 Grad eine große fläche und erzeugt weicheres Licht.

Baldachin: Deckenteil oder Deckenkappe einer Deckenleuchte oder Pendelleuchte. Der Baldachin verdeckt den Deckenauslass für die Zuleitungskabel und mithin undekorative Kabelverbindungen und Lüsterklemmen.

Baluster: (vom altgriechischen balaustion: Granatapfel) meist rundes, stark profiliertes Säulenteil eines Gussmastes. → Baluster.

Bakelit: Duroplastischer Ur-Kunststoff auf der Basis von Phenolharz, wird gerne für Fassungen benützt. → Bakelit.

Beleuchtungsstärke: Die in Lux (lx) gemessene Beleuchtungsstärke gibt an, wieviel → Lichtstrom in einer bestimmten Entfernung von der Lichtquelle ankommt, d.h. das Verhältnis des auf eine Fläche fallenden Lichtstroms zur Größe der Fläche.

Bernsteinglas: Umgangssprachliche Bezeichnung für gelbes Glas, das durch Eisenoxid, Samarium oder Indiumoxid gefärbt wurde.

Blendung: Blendung vermindert die Sehleistung und wird als unangenehm empfunden. Sie wird entweder durch die Lichtquelle (Direktblendung) oder durch Reflexionen (Reflexblendung) verursacht. Zur Vermeidung der Blendung wird die Lichtquelle abgeschirmt, z.b. durch Schirme und Reflektoren, Blenden, Raster oder satiniertes wie opalenes Glas.

Brillanz: Brillanz wird durch Spiegelung der Lichquelle oder Brechnung des Lichts verursacht, insbesondere an Wölbungen und Kanten glänzender Gegenstände. Je punktförmiger eine Lichtquelle abstrahlt, desto brillanter wird es wahrgenommen. Eine negative Auswirkung der Brillanz ist die → Blendung.

Candela: Candela (cd) ist die Einheit der Lichtstärke. Sie misst die im Auge von der empfangenen Strahlung verursachte Lichtwirkung. → Candela.

CE-Kennzeichnung: Mit dem CE-Kennzeichen (Communauté Européene) bestätigt der Hersteller, dass sein Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht.

Chromatieren: Elektrogalvanisches Verfahren zum Korrosionsschutz z. B. bei Aluminium, wichtig bei Außenleuchten. → Chromatieren.

Circadianer Rhythmus: Der Circadianer Rhythmus bezeichnet die "innere Uhr" des Menschen. Er umfasst mit seinem Hell-Dunkel-Wechsel 24 Stunden. Auswirkungen von Lichtmangel (Stimmungstiefs, Leistungsabfall, Müdigkeit) lassen sich mithilfe geeigneter Beleuchtung abschwächen. → Circadianer Rhythmus.

Dali: Das Dali (Digital Addressable Lighting Interface) ist eine herstellerübergreifende Schnittstelle, die das Ansteuern elektronischer Vorschaltgeräte über digitale Schnittstellen erlaubt. Leuchten lassen sich so individuelle oder zusammengefasst ansteuern. (z.B. dimmen, schalten, etc.). → Dali.

Diffusor: Glaskörper- oder -scheibe bzw. lichtdurchlässiger Kunststoff- oder Metallkörper, durch den das Licht gestreut wird.

Dimmen: Regulation der Helligkeit bei Leuchten. Dadurch lassen sich Lichtstimmungen verändern bzw. das Licht der individuellen Raumnutzung anpassen.

Eloxieren: Künstliche Oxidation zum Korrosionsschutz z. B. bei Aluminium, wichtig bei Außenleuchten. → Eloxieren.

ENEC: Das ENEC-Symbol (European Norms Electrical Certification) bestätigt die Übereinstimmung mit europäischen Sicherheitsnormen. Es wird von unabhängigen Prüfinstituten vergeben. → ENEC.

Energieeffizienz: Europaweit werden Lampen mit dem sog. Energielabel gekennzeichnet. Es verweist von A bis G auf deren Effizienz: A steht für besonders sparsamen Verbrauch (z.B. LED-Leuchtmittel), G für ineffiziente Leuchtmittel.

EuP (Energy Using Products) Richtlinie: Sie schreibt den stufenweisen Ausstieg aus ineffizienten Produkten wie z.B. der sog. Glühbirne vor. → EuP.

EVG: Elektronische Vorschaltgeräte (EVG) regulieren den Strom vor Entladungslampen (z.B. → Leuchtstofflampen). Neben dem flackerfreien Sofortstart und flimmerfreien Betrieb haben die EVG gegenüber konventionellen Vorschaltgeräten der Vorteil, dass sie eine höhere Lichtausbeute und längere Lebensdauer ermöglichern. → EVG.

Farbtemperatur/Lichtfarbe: Die Farbtemperatur ist ein Maß, um einen jeweiligen Farbeindruck einer Lichtquelle quantitativ zu bestimmen. Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin (K). Je niedriger die Farbtemperatur, desto wärmer wird das Licht empfunden.

Fassung: Die Fassung dient der Fixierung des Leuchtmittels in der Leuchte. Vor allem im Bereich der Halogenbirnen gibt es sehr viele unterschiedliche Fassungen, am gebräuchlichsten sind jedoch immer noch für Halogenglühbirnen, Energiesparlampen und LED-Birnen die altbewährten Edison-Schraubsockelfassungen E14 und E27.

Flechtbandfries: Säulenornament, das ein geflochtenes Band stilisiert.

Glassturz, Sturz: (abschraubbares) Zylinderglas, beispielsweise bei Hofleuchten.

Glühlampe, Glühbirne: Bis zur Einführung von Energiesparlampen und LED-Birnen das gebräulichste Leuchtmittel, das jedoch wegen mangelnder Energieeffizienz (→ EuP) vom Markt verschwindet. Die Farbtemperatur der Glühlampen liegt zwischen 23000 und 2900 Kelvin, die durchschnittliche Lebensdauer beträgt ca. 1000 Betriebsstunden.

Grünspan (= Kupferacetat): Umgangssprachliche, aber eigentlich falsche Bezeichnung für grünliche Kupferpatina = Kupfer-(carbonat-sulfat-chlorid)-hydroxid-Gemische. Grüne Kupferpatina entsteht bei modernen Kupferlegierungen meist nur noch unter Einwirkung von Säure bzw. Harnstoff auf Kupfer. → Grünspan.

Gusslaterne: Früher aus Grauguss, heute meist aus Aluminiumguss gefertigte Laterne, das Gegenstück ist die aus geformtem Metall (Stahl, Messing, Kupfer, Zink, Aluminium) gefertigte Laterne.

Guss-Kandelaber: Früher aus Grauguss, heute meist aus Aluminiumguss gefertigter Mastausleger, siehe auch Kandelaber.

Gussmast: Früher aus Grauguss, heute meist aus Aluminiumguss gefertigter Mast.

Halogen-Metalldampflampe: Lange Lebensdauer, hohe Lichtausbeute sowie eine ausgezeichnete Farbwiedergabe zeichen Halogen-Metalldampflampen aus. Vor dem Erscheinen der LED-Leuchtmittel gehörten Halogen-Metalldampflampen und Natriumdampflampen zu den effizientesten Leuchtmittel. Sie werden wegen der oben beschriebenen Eigenschaften gerne im gewerblichen Bereich eingesetzt.

Hochvolt-Halogenglühlampe: Seit dem allmählichen Verschwinden der Glühbirne werden Hochvolt-Halogenglühlampen vermehrt als Alternative eingesetzt, da sie über sehr ähnliche Eigenschaften wie Glühlampen verfügen und mit 230 Volt (ohne Trafo) betrieben werden. Als sog. Temperaturstrahler sind sie weniger effizient als → Kompaktleuchtstofflampen oder → LED, zeichnen sich aber durch eine als angenehm empfundene Farbtemperatur aus. Ihre Lebensdauer liegt bei 2000 bis 4000 Stunden.

Hofleuchte: Schirmleuchte, Reflektorleuchte, → Leuchtentypen.

Kandelaber: Mehrflammige Mastleuchte, (im speziellen) Leuchtenarm bzw. Mastausleger bei mehrflammigen Standleuchten. → Kandelaber.

Kanneluren, Kannelierung, kanneliert: (frz.: cannelure = Rinne, Rille) Auskehlung einer Säule mit senkrechten, konkaven Furchen. → Kannelierung.

Kompaktleuchtstofflampen:  Besonders kleine Leuchtstofflampen, die umgangssprachlich auch als Energiesparlampen bezeichnet werden. Bei Kompaktleuchtstofflampen muss zwischen Lampen mit und ohne integriertem Vorschaltgerät unterschieden werden. Lampen mit integriertem Vorschaltgerät besitzen zumeist einen Schraubsockel, um sie als direkten Ersatz für Glühlampen mit Edisongewinde einsetzen zu können.

Laterne: Bewährter Außenleuchten-Typ, → Leuchtentypen.

LED: Eine Leuchtdiode (kurz LED von englisch light-emitting diode, dt. Licht-emittierende Diode) ist ein lichtemittierendes Halbleiter-Bauelement. LED gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Lichtfarben. Diese Variation wird durch farbliche Beschichtung der Dioden. LED sind sehr energieeffizient und verfügen über eine lange Lebensdauer. Leuchtdioden werden nach und nach schwächer, fallen aber in der Regel nicht plötzlich aus. → LED.

Leitereisen, Leiterbügel: Meist zweiteilige oder vierteilige Laternenhalterung (Bügel) zwischen Leuchtenkorb und Wandarm oder Mast, an der einst zum Entzünden von Gaslaternen die Leiter angelegt wurde.

Leuchtdichte/Leuchtdichteverteilung: Der in → Candela pro Quadratmeter gemessene Helligkeitseindruck. Das menschliche Auge nimmt Leuchtdichteunterschiede als Helligkeitsunterschiede wahr. Vor allem am Arbeitsplatz sind ausgewogene Leuchtdichteverhältnisse wichtig. Glanzeigenschaften, Reflexionsgrade sowie Farben sollten so gewählt werden, dass zu hohe Leuchtdichtenunterschiede vermieden werden.

Leuchtmittel: Leuchtmittel lassen sich in drei Kategorien aufteilen: Temperaturstrahler (→ Glühlampen, → Hochvolt-Halogenglühlampen, → Niedervolt-Halogenglühlampen), Entladungslampen (→ Leuchtstofflampen, → Kompaktleuchtstofflampen, Natriumdampf-Niederdrucklampen, Natriumdampf-Hochdrucklampen, → Halogen-Metalldampflampe, etc.) sowie → LED.

Leuchtstofflampe: Stab- und ringförmige oder kompakt gewendelte Lampe, die innen mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet ist und durch ein Vorschaltgerät angesteuert werden muss. Sie zeichnen sich durch hohe Lichtausbeute und lange Lebensdauer aus. Ihr Einsatzgebiet umfasst u.a. die flächige Grundbeleuchtung im Objektbereich. → Leuchtstofflampe

Lichtausbeute: Die Lichtausbeute drückt die Effizienz eines Leuchtmittels aus. Sie wird in Lumen pro Watt (lm/W) gemessen. → Lichtausbeute

Lichtfarbe: Farbtemperatur.

Lichtstärke: In → Candela gemessener Teil des Lichtstroms, der in eine bestimmte Richtung strahlt. Mithilfe der sog. Lichtverteilungskurve wir die Lichtverteilung grafisch in Form einer Kurve dargestellt.

Lichtstrom: Der Lichtstrom stellt die gesamte von einer Lichtquelle abgegebene Strahlungsleitung dar. Er wird in Lumen (lm) angegeben. → Lichtstrom.

Lichtverteilung: Bei Leuchten lässt sich die Lichtcharkteristik in unterschiedliche Gruppen einteilen: Man unterscheidet beispielsweise zwischen direkter, indirekter, diffuser und gerichteter Strahlung.

Lumen: Einheit des → Lichtstroms. Eine Glühlampe mit 100 W hat beispielsweise 1380 Lumen (lm).

Niedervolt-Halogenglühlampe: → Temperaturstrahler, der mit 12 Volt betrieben wird und somit mit → Transformator betrieben wird. Niedervolt-Halogenglühlampen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 2000 bis 5000 Stunden und eine Lichtausbeute von 19 bis 35 Lumen pro Watt.

OLED: Eine derzeit bei Leuchten noch in der Entwicklungsphase befindliche Technologie, bei der ein leuchtendes Dünnschichtbauelement aus organischen halbleitenden Materialien als Leuchtmittel dient. OLED (organic light emitting diode) sind derzeit für die Verwendung als biegsamer Bildschirm oder elektronisches Papier interessant.

Opalglas: Mit dem Trübungsmittel Kryolith (Natriumhexafluoroaluminat, Formel: Na3AlF6) getrübtes Glas. Das auch Kryolithglas genannte Glas ist ein milchig-weiß erscheinendes, lichtdurchlässiges, aber nicht durchsichtiges Glas. Die Trübung entsteht durch die Einbettung kleinster Teilchen mit gleichmäßiger Verteilung in das farblose Grundglas. Dabei besitzen die Teilchen eine andere Lichtbrechung als das Grundglas.

Patina, patiniert: (Künstlich) gealterte Oberfläche (Verwitterungsschicht) bei Messing, Silber, Gold und Kupfer (siehe Grünpan) im erweiterten Sinne auch bei Aluminium, Zink und anderen Metallen (dort eigentlich "vorverwittert"), → auch Werkstoffe für Außenleuchten.

Plafoniera, Plafoniere: (flache) Deckenleuchte.

PMMA: Polymethylmethacrylat, auch Acrylglas genannt, ist ein synthetischer glasähnlicher thermoplastischer Kunststoff, → auch Werkstoffe für Außenleuchten.

Polykarbonate: Synthetische, glasähnliche Polymere aus der Familie der Polyester, → auch Werkstoffe für Außenleuchten.

Pulverlacke, Polyesterpulverlackierung: Äußerst witterungsbeständige, lösungsmittelfreie Beschichtungstechnologie, ideal für Außenleuchten.

Reflektor: Schirm (-Unterteil) bzw. meist weiße oder silberfarbene Rückwand oder Decke bei Laternen.

Satiniertes Glas (mattes Glas): Klarglas, das durch Ätzen oder Sandstrahlen abgemattet wird und somit weitestgehend undurchsichtig wird.

Sockel: Verbindung eines Leuchtmittels mit der → Fassung. Sockel werden mit Buchstaben/Zahlen-Kombinationen beschrieben, z.B. "E" für den herkömmlichen Edisonsockel, wie E 14 oder E 27.

Transformator: Mithilfe von Transformatoren lassen sich elektrische Wechselspannungen erhöhen oder verringern. Bennötogt werden sie beispielsweise bei der Umwandlung der 230-Volt-Netzspannung in Kleinspannung für 12-Volt-Niedervolt-Halogenglühlampen.

UV-Lichtarme Leuchtmittel: Moderne LED-Leuchtmittel, die nur noch 10% des UV-Lichts herkömmlicher Leuchtmittel abgeben, wie das LED-Leuchtmittel Pharox LS. Dies hält nachtlebende Insekten weitestgehend von der Leuchte fern. 

Vorschaltgerät: Vorrichtung zur Strombegrenzung beim Betrieb von Gasentladungs- oder Leuchtstofflampen, erhältlich als separates Bauelement oder in das Leuchtmittel integriert, wie bei vielen Energiesparlampen.

Vorverwittert: Mit chemischen Hilfsmittel auf alt getrimmte Oberflächen (Verwitterungsschicht) bei Holz, Stein und Metallen. Bei Messing, Silber, Gold und Kupfer spricht man ebenfalls von Patina.

Copyright: Thomas Riederer 2014

 
 
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