Bewährte und moderne Leuchtmittel für Außenlampen

Von der Glühbirne bis zur LED-Technologie

Die Wahl des richtigen Leuchtmittels ist für die Wirkung einer Leuchte mitentscheidend. Neben Farbtemperatur („Lichtfarbe“) spielen Langlebigkeit und Energiesparen heute eine immer größere Rolle. Durch das Totalverbot der Glühbirne ab 2010 ist der Leuchtmittel-Markt in Bewegung geraten: Fast wöchentlich präsentieren Hersteller Neuerungen, vor allem im Bereich der LED-Technologie. 

Glühlampen: Verbot ab 2010

Die Glühlampe (oder Glühbirne) ist das älteste und am weitesten verbreitete Leuchtmittel. Allgebrauchslampen gibt es in unterschiedlichsten Größen, Formen, Wattzahlen und sowohl in Opalglas, satiniertem Glas wie auch in Klarglas. Immer noch sind Glühlampen die mit Abstand beliebtesten Leuchtmittel, da sie günstig zu erwerben sind und viele Menschen auf deren charakteristische und gewohnte Lichtfarbe nicht verzichten wollen.

Paulmann Rustica 60W

Paulmann Rustica 60W

Seit der Erfindung der ersten dauerhaft funktionstüchtigen Glühbirne durch den US-Unternehmer Thomas Alva Edison in den Jahren 1879 bis 1882 trat dieses damals revolutionäre Leuchtmittel seinen Siegeszug rund um die Welt an. Bis April 1882 produzierte die Edison Lamp Co. bereits 132 000 Glühlampen. Im folgenden Jahr entstand durch eine Kooperation mit Emil Rathenau die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität, aus der später die AEG wurde.

Durch ihre Variabilität ist sie vielseitig einsetzbar, vom Nähmaschinen- oder Kühlschranklicht bis hin zur Straßenlaterne. Glühlampen gibt es mit unterschiedlichen Sockeln, wobei für Leuchten in Deutschland heutzutage nur noch E-(wie Edison)-14-Sockel (für „kleine“ Birnen) und E27-Sockel (für „große“ Birnen) gängig sind. In Straßenlaternen kommen manchmal E40-Fassungen zum Einsatz. Die Glühbirne hat eine Farbtemperatur von 2200 bis 3400 Kelvin.

Die Glühlampe hat aber auch Nachteile: Sie entwickelt, gemessen an der Lichtausbeute, sehr viel Wärme und ist deswegen nicht sehr energieeffizient. Glühlampen haben meist keine lange Lebensdauer.  Zudem sind alle opalen und satinierten Modelle seit 1. September 2009 wie auch alle klaren Birnen ab 100 Watt verboten. In 2012 sollen alle herkömmlichen Glühbirnen von Markt verschwinden.

Halogenglühlampen: Die Übergangslösung

Da Halogenlampen auch trotz ihres vergleichsweise geringen Einspareffekts (ca. 30 Prozent weniger als die Glühbirne) zumindest bis 2016 erlaubt bleiben, werden diese gerne in Glühbirnenkolben mit herkömmlichen Lampensockeln eingebaut, um einen vollwertigen Ersatz für die Glühbirne bieten zu können. Philips EcoClassic30 70W

Philips EcoClassic30 70W



Diese so genannten Halogen-(Xenon)-Glühlampen wie beispielsweise die Osram Classic A 52W 64544 ES E27 klar Halogen Energy Saver kommen der traditionellen Glühbirne in Anmutung und Lichtfarbe von allen künftig noch erhältlichen Leuchtmitteln derzeit am nächsten. Als Ersatz für eine herkömmliche 100-Watt-Birne empfehlen wir Philips EcoClass 30 mit 70 Watt.

Halogen-Glühlampen gibt es mit einer Leistung von bis zu 105 Watt, was in etwa der Lichtleistung einer 150-Watt-Glühbirne entspricht. Die durchschnittliche Lebensdauer von Halogen-Glühlampen beträgt je nach Modell 2000 bis 4000 Betriebsstunden. Auch bei Halogenlampen arbeiten die Hersteller derzeit daran, sie durch Leistungssteigerung von der ab 2016 verbotenen Energie-Effizienzklasse C in die Energie-Effizienzklasse B zu bringen, sodass sie voraussichtlich auch nach diesem Stichtag im Handel erhältlich sein dürften.

Energiesparlampen: Effizient und langlebig

Energiesparlampen mit E14- und E27-Sockel haben gegenüber der Glühlampe zwei entscheidende Vorteile: Sie verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie und haben eine erheblich längere Lebensdauer; die Herstellerangaben schwanken zwischen 6000 und 150000 Betriebsstunden. Osram Dulux EL 20 Watt

Osram Dulux EL 20W



Die kalte Lichtfarbe, die viele Menschen bei früheren Energiesparlampen als unangenehm empfanden, ist dem Warmton neuerer Modelle gewichen: Sie strahlen mit einer Farbtemperatur von um die 2700 Kelvin, wie beispielsweise die Energiesparlampen von Swiss Light oder Philips.

Energiesparlampen, eigentlich Kompaktleuchtstofflampen genannt, gibt es mittlerweile in unterschiedlichsten Bauformen: Von der 3-Rohr-Energiesparlampe wie der Osram Dulix EL 20W über Kerzenbirnen bis zu E27-Globe-Birnen reicht die Auswahl. Die meisten von Ihnen kann man wie eine Glühlampe einfach in die Fassung drehen, einige Modelle benötigen jedoch ein Vorschaltgerät.

Energiesparlampen haben jedoch auch einige Nachteile: Meist benötigen sie nach dem Anschalten einige Zeit, bis sie die volle Leistung erreichen, sie sind größer als Glühbirnen und passen somit nicht in jede Leuchte - und es gibt derzeit keine Modelle in Klarglas. Sie sind weitaus teuerer als Glühlampen und gelten in der Entsorgung als nicht unproblematisch: Viele von ihnen müssen – wie auch Leuchtstoffröhren – zu Entsorgungsstellen gebracht und dürfen nicht einfach über den Hausmüll entsorgt werden.

Philips T65 Softone 20W

Philips T65 Softone 20W

Für den Einsatz in historischen Außenleuchten empfehlen wir die Modelle Philips T65 Softone: Sie haben eine der Glühbirne ähnliche Form, geben ein angenehmes warmes Licht und können mit einer Leistung von bis zu 20 Watt eine herkömmliche 100-Watt-Glühbirne ersetzen. Sie überstehen laut Hersteller 8000 Betriebsstunden, haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und wir selbst haben sowohl geschäftlich wie auch privat mit ihnen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Eine Besonderheit unter den Energiesparlampen bilden die Micro Lynx-Leuchtmittel. Diese neuartigen kleinen Energiesparlampen wie beispielsweise das Modell Sylvania MLF Micro-Lynx F 6W/840 GX53 weiß können Halogen-Stiftsockellampen ersetzen. Ihre GX35-Fassungen mit Bajonettverschluss sorgen für einen schnellen und einfachen Leuchtmittelwechsel. Die Leuchtmittel beinhalten elektronische Vorschaltgeräte mit Starter. Flackerfreies Starten, hohe Lichtleistung und lange Lebensdauer sind somit gewährleistet.

LED-Leuchtmittel: Die Zukunftstechnologie

Viel bewegt sich derzeit in der neuartigen LED-Technologie, sodass damit zu rechnen ist, dass dieses Leuchtmittel in wenigen Jahren sowohl die herkömmliche Glühbirne ersetzen wie auch die meisten der heute genützten Energiesparlampen verdrängen wird. LED steht für Light Emitting Diode (lichtemittierende Diode) und meint Leuchtdioden (oder auch Lumineszenz-Dioden), die mithilfe eines Halbleiterkristalls Licht in einem begrenzten Spektralbereich emittieren, das Licht ist nahezu monochrom (einfarbig).

EGB Liquid LED 4 Watt

EGB Liquid LED 4 Watt

Mittlerweile gibt es auch LEDs mit dem für Glühbirnen üblichen E14- bzw. E27-Sockeln, was insbesondere für historische Leuchten interessant ist. So erreichen die auch hierzulande erhältlichen Pharox LED Bulbs des kalifornischen Herstellers Lemnis Lighting mit 4 Watt die Leistung von 35-Watt-Glühbirnen, die flüssigkeitsgekühlten EGB Liquid LEDs mit ebenfalls 4 Watt gleichen 25-Watt-Birnen. In den USA gibt es bereits stärkere Pharox-Modelle, die 60-Watt-Birnen ersetzen können. Ein weiteres Argument für LEDs ist deren lange Haltbarkeit: Im Handel erhältliche LED-Leuchtmittel in Glühlampenform sollen jetzt schon über 10.000 Stunden Lebenszeit erreichen, manche Hersteller werben gar mit 50.000 Betriebsstunden.

Die Leuchtdiodenhersteller arbeiten fortwährend an der weiteren Erhöhung des Wirkungsgrades von LEDs. Bisher ist noch keine Verlangsamung der Weiterentwicklung absehbar, sodass auch in den kommenden Monaten mit Neuerungen gerechnet werden darf.
Bei der Leuchtenmesse Light & Building 2010 in Frankfurt wurde uns vom US-Hersteller Westingshouse eine E27-LED-Birne gezeigt, die eine 75-Watt-Glühbirne ersetzen kann. Zudem arbeiten derzeit alle Hersteller mit Hochdruck an einem LED-Ersatz für die 100-Watt-Glühbirne.

UV-Lichtarme LED-Leuchtmittel: Gegen Insekten

Eine Besonderheit, die vor allem für Außenleuchten interessant sein dürfte, sind UV-Lichtarme LED-Leuchtmittel wie die Bioledex SuperFlux LED-Birne für E27-Fassungen. Sie leisten 8 Watt und können somit 60-Watt-Birnen ersetzen. Mit ihrer angenehmen warm-weißen Lichtstimmung und der kompakten Bauweise mit 12 cm Länge und 5 cm Durchmesser sind diese Leuchtmittel nicht nur wegen ihrer Energie sparenden und somit umweltschonenden Eigenschaften interessant: Ihr spezielles Lichtspektrum und die verminderte Wärmeabgabe ziehen weitaus weniger Insekten an, was nicht nur für Schlafzimmer- und Außenleuchten von Vorteil ist. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt laut Hersteller 50.000 Betriebsstunden.

Lemnis Pharox LS LED 6W

Lemnis Pharox LS LED 6W

Ein weiteres Beispiel für UV-Lichtarme Leuchtmittel heiß Pharox LS von Lemnis. Diese LEDs leisten derzeit bis zu 6 Watt (= ca. 60 Watt Normalbirne), sollen aber laut Hersteller bald auch mit höherer Leistung verfügbar sein. Ihre Abmessungen entsprechen denen von traditionellen Glühlampen. Durch die Vorteile der LED-Technologie haben diese Lampen praktisch weder Ultraviolett- noch Infrarot-Anteile im Licht, kein Quecksilber wie Energiesparlampen und laut Hersteller eine Lebensdauer von ca. 50.000 Stunden.

Leuchtmittel mit Bewegungsmelder

Eine Lösung für historischen Außenleuchten, die u.a. aus stilistischen Gründen nicht mit einem Bewegungsmelder ausgestattet werden können, bietet seit kurzem der US-Hersteller ESCO mit den Energiesparlampen mit Bewegungssensor ESCO ESL - 3. Diese modernen Leuchtmittel für den herkömmlichen E27-Sockel gibt es mit einer Leistung von 20 W (= 75 W Normalbirne), sie sind jedoch nur nach unten gerichtet einsatzfähig.

ESCO Smart Light 20W

ESCO Smart Light 20W

Diese neuartigen Sensorlampen sind kompakte Hochleistungs-Leuchtstofflampen mit automatischer Sensorsteuerung. Sie arbeiten mit Infrarot-Technologie und erkennen somit Temperaturveränderungen, die durch Bewegungen von Menschen innerhalb ihres Erfassungsbereichs verursacht werden und schalten sich dann automatisch ein bzw. ab. Anwender können sowohl Ansprechhelligkeit wie Leuchtdauer einstellen. Ihr Stromverbrauch im "Standby"-Modus liegt laut Hersteller bei einer Wattstunde.

Wir haben dieses Leuchtmittel eingehend getestet: Für den Einsatz hinter Gläsern, vor allem opalen oder satinierten, können wir es nicht empfehlen, da der Sensor dann nur bedingt funktioniert. Bei Hofleuchten ohne Glasssturz wie beispielsweise den Modellen 4X212 oder Valzer hingegen kann dieses Leuchtmittel eine Alternative zu herkömmlichen Bewegungsmeldern sein. Allerdings liegt der Erfassungsbereich nur bei zwei bis drei Metern.

Bio Lights: Fast wie Sonnenlicht

Eine Besonderheit unter den Energiesparlampen bilden die so genannten Bio Lights: Sie geben eine dem Sonnenlicht ähnliche Lichtverteilung wieder, ihre hohe Farbtemperatur von 6000 Kelvin sorgt für eine sehr hohe Farbwiedergabe. Bio Lights wie Narva Tronic Bio Light E27 werden bei Lichttherapien angewandt. Sie kommen aber auch häufig in Arztpraxen, Kindergärten und Schulen zum Einsatz.

Natriumdampf-Hochdrucklampen: Stabile Lichtfarbe

Ein Leuchtmittel, das nur selten in Haushalten vorkommt, aber gerade von Kommunen gerne in Straßenlaternen eingesetzt wird, ist die Natriumdampf-Hochdrucklampe. Sie gehört zu den Metalldampf-Hochdrucklampen und benötigt ein Vorschaltgerät, ist energieeffizient und hat eine fast ungeschlagene Lebensdauer, was sie für den Einsatz in großen Laternen sehr beliebt macht. Natriumhochdrucklampen haben eine klare, stabile Lichtfarbe und ein Farbspektrum, das dem des Sonnenlicht sehr nahe kommt. Sie werden deswegen auch häufig als Pflanzenleuchten in Gewächshäusern eingesetzt. Es gibt sie in Röhrenform und Ellipsoidform wie beispielsweise die Lucalox Superlife Natriumdampflampe NDL Grow Top mit E40-Schraubsockel.

Diese Liste hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Auf die Auflistung von den ab 2015 verbotenen Quecksilberdampflampen sowie Nieder-, Mittel und Höchstdrucklampen, zu denen beispielsweise auch Leuchtstoffröhren oder Xenonlampen gehören, wurde bewusst verzichtet, da sie in Außenleuchten praktisch nie zum Einsatz kommen.

Kelvin-Tabelle:

  • Kerzenlicht: bis 1900 Kelvin
  • Warmweiß: bis 3300 Kelvin
  • Glühlampen: 2200 bis 3400 Kelvin
  • Leuchtstofflampen: über 3900 Kelvin
  • Neutralweiß: bis 5000 Kelvin
  • Mittagsonne im Sommer: 4100 bis 5400 Kelvin
  • Bedeckter Himmel im Januar: 5900 bis 6400 Kelvin
  • Xenonprüflampe: 5000 Kelvin
  • Bedeckter Nordhimmel: 5000 Kelvin
  • Tageslichtweiß: 5000 bis 6800 Kelvin
  • im Dezember: 9900 bis 11500 Kelvin

Copyright: Thomas Riederer 2010

 

 
 
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