Oberflächen und Werkstoffe für Außenbeleuchtung

Die Wahl des richtigen Materials bei Außenbeleuchtung

Ob Regen oder Luftverschmutzung, Sonneneinstrahlung oder salzhaltige Luft - Außenleuchten sind oft härtesten Umweltbedingungen ausgesetzt und müssen diesen über Jahrzehnte trotzen. Neben der Schutzart gegen Fremdkörper und Feuchtigkeit spielt hierbei die Wahl der richtigen Oberflächen und Werkstoffe für Außenbeleuchtung eine entscheidende Rolle. Unsere Hersteller gehen dabei unterschiedliche, aber stets bewährte Wege.

Aluminiumguss und geformtes Aluminium im Laternenbau: Leicht und widerstandsfähig

Während Laternen früher meist aus korrosionsanfälligem Eisen hergestellt und entsprechend gepflegt werden mussten, ist heutzutage für viele Produzenten von Außenleuchten Aluminium der Werkstoff ihrer Wahl. Das schon um das Jahr 300 unserer Zeitrechnung in China bekannte Metall hat gegenüber dem Eisen entscheidende Vorzüge: Es ist nicht nur etwa dreimal so leicht, es bildet auch unbehandelt an der Luft eine dünne Oxidationsschicht, die es dauerhaft vor Korrosion schützt. Dieser Effekt wird von Herstellern wie Terme, Schinkel-Leuchten oder Roger Pradier durch elektrische Oxidation, dem Eloxieren, verstärkt. Zudem wird das Leichtmetall mit einer zusätzlich schützenden Lack- bzw. Polyesterpulverschicht überzogen. Sollte durch mechanische Einwirkung oder Verschleiß das Aluminium zutage treten, schützt die undurchdringliche Eloxalschicht anders als bei Eisen vor Korrosion.

Bevor es gelang, das weitaus billigere Zinkblech durch Titanzusatz korrosionsfest zu machen, wurde Aluminiumblech für Fassaden- und Dachelemente sowie Dachrinnen eingesetzt.  Und durch die Legierung mit Magnesium oder Silizium erreicht das Metall eine Festigkeit, die dem von Stahl nur wenig nachstehen. Da Aluminium nur schwer zu schweißen ist, kommen in der Herstellung Aluminium-Schwerkraft- oder Druckguss-Verfahren zur Anwendung. Schöne Beispiele in dieser Technik zeigt die Firma Terme aus der Toskana.

Kupfer und Messing: Robust und bewährt im Außenbereich

Kupfer und die Kupfer-Zink-Legierung Messing sind zwei altbewährte Werkstoffe, wenn es um Wetterbeständigkeit geht. Kupfer hat chemisch ähnliche Eigenschaften wie Silber und Gold und ist gegen Umwelteinflüsse gut gefeit. Kupfer wie auch Messing werden auf Grund ihrer Unverwüstlichkeit gerne für Münzen verwendet. Auf dem Wetter ausgesetztem Kupfer bildet sich alsbald eine grünliche Salzschicht, die das Kupfer vor weiterer Korrosion schützt. Kupferdächer beispielsweise überdauern Jahrhunderte. Auch die Patina des Messing hat mehr als nur eine ästhetische Funktion, die Oxidation des Zink bildet eine salz- und säurefeste Schutzschicht um die Legierung, die diese dauerhaft vor weiteren chemischen Reaktionen schützt. Beispielsweise waren im 19. Jahrhundert vor der Erfindung des Edelstahls Schiffsschrauben aus Kupfer oder der Kupfer-Zinn-Legierung Bronze. Messing hingegen trotzt seit Jahrhunderten und bis heute bei Schiffsbeschlägen (z.B. Bullaugen, Schiffsschrauben) selbst härtesten Umweltbedingungen.

Während der italienische Hersteller Aldo Bernardi seine Messing- bzw. Kupfermodelle grundsätzlich mit einer speziellen, nach geheimen Rezepturen hergestellten Patina überzieht, die die Leuchten von Beginn aussehen lassen, als wären sie schon immer dagewesen, setzt beispielsweise der Franzose Roger Pradier auf poliertes, d.h. im nicht behandelten Zustand befindliches Kupfer oder Messing.

Zink, Schmiedeeisen und Edelstahl bei Außenbeleuchtung

Handgeschmiedete Eisenwaren made in Germany sind eine Rarität geworden. Nur wenige Firmen, wie Robers-Leuchten aus Westfalen, stellen heute noch Laternen aus Schmiedeeisen her. Um der Korrosion nachhaltig Paroli zu bieten, werden schmiedeeiserne Leuchten heutzutage mit speziellen Lacken oder eingebrannten Pulverbeschichtungen überzogen. Edelstahl hingegen verfügt von Haus aus über eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit  Seine unbehandelte Oberfläche glänzt auch noch nach Jahrzehnten wie neu.

Zink ist ebenfalls ein traditioneller Werkstoff im Laternenbau. Seitdem Zinkblech durch Titaniumzusatz für den Außenbereich fit gemacht wurde, erlebt auch die Zinklaterne eine Renaissance. Der Franzose Roger Pradier bietet mit den Modellen Vieille France und Louis Philippe zwei Zink-Laternen im klassischen Stil an. Eine weiterer französischer Laternenspezialist, das Atelier Lumin'Art, bietet sogar fast sein gesamtes Programm auch in Zink an.

Glasierte Keramik: Das Material der Wahl bei Außenlampen-Fassungen und mehr

Korrosionsfreie Lampenfassungen können aus Messing oder Bakelit sein: Am besten sind sie jedoch aus glasierter Keramik. Wer eine Leuchte haben will, die über Jahrzehnte ohne Nachbesserungen ihren Dienst versieht, sollte auf Keramikfassungen nicht verzichten. Alle unsere Hersteller setzen, dort wo es möglich ist, bei ihren Fassungen auf Keramik. 

Kunststoffe und Glas im Außenbereich: High Tech contra Tradition

Zu Unrecht als Billigmaterial verpönt, verfügen Kunststoffe über manche Eigenschaft, die herkömmliche Werkstoffe mitunter blass aussehen lassen: Gerade von Herstellern hochwertiger Laternen werden Kunststoffe als vorteilhafte Alternative zu Glas eingesetzt; und billiger als Glas sind sie auch nicht - ganz im Gegenteil.

Polycarbonatglas, ein synthetisches, glasähnliches Polymer aus der Familie der Polyester, wird von Experten für seine Langlebigkeit, Kratz- und Stoßfestigkeit sowie Lichtdurchlässigkeit geschätzt. Wegen seines hohen Preises wird Polycarbonatglas nur dann eingesetzt, wenn es um höchste Bruchsicherheit, wie bei Brillengläsern, optischen Linsen oder eben hochwertigen Leuchtengläser geht.

Polymethylmethacrylat (PMMA), im Volksmund auch Acrylglas genannt, ist ein synthetischer, glasähnlicher thermoplastischer Kunststoff. Seine hohe Lichtdurchlässigkeit und UV-Beständigkeit gepaart mit äußerster Kratz- und Bruchfestigkeit prädestinieren das ebenfalls sehr teuere Material für Brillengläser, optische Linsen und selbst für Zahnprothesen.

Zwei Nachteile haben diese beiden Werkstoffe jedoch: Acrylglas kann nur bis circa 100 Grad Celsius eingesetzt werden. Dies ist jedoch in Kombination mit Energiesparbirnen, die nur einen Bruchteil der Wärme einer normalen Glühbirne entwickeln, kein Problem. Zudem ringen beide Werkstoffe noch oft vergebens um Akzeptanz bei konservativen Nutzern, die ihnen Glas vorziehen.

Korrosionsschutz durch umweltfreundliche Pulverlackbeschichtung

Die Leuchten und Masten unserer Hersteller Roger Pradier, Schlesische Laternen und Bolich-Leuchten (alle Farben) sowie Terme (alle Standardfarben) sind pulverlackiert. Dieses Beschichtungsverfahren, bei dem ein elektrisch leitfähiger Werkstoff mit Pulverlack beschichtet wird, hat gegenüber herkömmlichen Lacken entscheidende Vorteile. Zwar ist die Lackoberfläche nicht so glatt wie bei nasslackierten Oberflächen, sondern weist eine geringe Körnung durch das eingebrannte Lackpulver auf. Dafür sind Pulverlacke weitaus robuster und langlebiger als die meisten herkömmlichen Lackierungen. Pulverlacke sind umweltfreundlich, weil sie keine Lösungsmittel enthalten und das beim Lackieren entstehende so genannte Overspray in den Pulversprühkabinen zurückgewonnen wird. Sie gewähren einen hohen Korrosions- bzw. Rostschutz, verfügen über hohe mechanische Widerstandsfähigkeit sowie Verformbarkeit, d.h. sie sind äußerst kratz- und schlagfest. Pulverlacke sind zudem chemikalienbeständig, haben eine hohe Witterungsbeständigkeit und gute elektrische Isolationseigenschaften.

Copyright: Thomas Riederer 2012

 
 
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