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So vermeiden Sie Lichtverschmutzung

Künstliche Lichtquellen – Problem für Mensch und Tier

Ein gut beleuchteter Garten oder Hauseingang muss nicht auf Kosten des Nachthimmels, der Insekten oder der Nachbarschaft gehen. Lichtverschmutzung entsteht immer dann, wenn künstliches Licht dorthin fällt, wo es gar nicht gebraucht wird – nach oben in den Himmel, über die Grundstücksgrenze hinweg oder einfach heller und länger als nötig. Mit der richtigen Leuchte, Ausrichtung und Steuerung lässt sich das mit wenig Aufwand vermeiden.

Was ist Lichtverschmutzung eigentlich?

Von Lichtverschmutzung spricht man, wenn künstliches Licht ungerichtet in die Umgebung oder den Nachthimmel abstrahlt, statt gezielt eine Fläche zu beleuchten. Die Folgen: ein aufgehellter Nachthimmel, in dem kaum noch Sterne zu sehen sind, gestörte Ruhephasen für Vögel und andere Tiere sowie ein spürbarer Einfluss auf nachtaktive Insekten, die von hellem oder kaltweißem Licht angezogen und dabei oft geschwächt oder getötet werden. Nicht zuletzt bedeutet unnötiges Licht auch unnötigen Stromverbrauch.

Fünf Grundprinzipien für verantwortungsvolle Außenbeleuchtung

An diesen fünf Grundsätzen, wie sie unter anderem von internationalen Dark-Sky-Initiativen formuliert werden, können Sie sich bei jeder Außenleuchte orientieren:

  • Nützlich: Beleuchten Sie nur, was tatsächlich beleuchtet werden muss – etwa Wege, Stufen oder den Eingangsbereich.
  • Gezielt: Richten Sie das Licht dorthin, wo es gebraucht wird. Abgeschirmte Leuchten, die nach unten statt zur Seite oder nach oben strahlen, verhindern Streulicht.
  • Nicht zu hell: Verwenden Sie nur so viel Licht wie nötig – oft reichen deutlich weniger Lumen, als man zunächst annimmt (siehe auch unser Artikel Helligkeit von Außenleuchten: Wie viel Licht darf und soll es sein?).
  • Gesteuert: Licht sollte nur dann brennen, wenn es gebraucht wird – mit Zeitschaltuhr, Bewegungsmelder oder Dämmerungsschalter statt Dauerbetrieb.
  • Warmweiß: Je wärmer die Lichtfarbe, desto geringer der Blauanteil im Licht – und desto weniger störend wirkt es auf Insekten, Vögel und den Nachthimmel.

Praktische Tipps für Garten und Hauseingang

  • Auf voll abgeschirmte Leuchten setzen: Modelle, die nach oben und zur Seite geschlossen sind und das Licht ausschließlich nach unten lenken, vermeiden Streulicht fast vollständig.
  • Warmweißes Licht wählen: Leuchtmittel mit unter 3.000 Kelvin wirken gemütlicher und sind deutlich insektenfreundlicher als kaltweißes oder bläuliches Licht.
  • Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren nutzen: So brennt Licht nur dann, wenn tatsächlich jemand den Weg entlanggeht oder vor der Tür steht.
  • Bäume und den Himmel nicht direkt anstrahlen: Uplighting in Baumkronen stört brütende Vögel und schadet Nachtfaltern – wählen Sie stattdessen dezente Akzentbeleuchtung von oben nach unten.
  • Nur tatsächlich genutzte Flächen beleuchten: Ein durchgehend beleuchteter Rasen oder eine Fassade ohne erkennbaren Zweck bringt selten einen Mehrwert, kostet aber Energie und stört die Umgebung.
  • Nachbarn mitdenken: Leuchten so ausrichten und positionieren, dass kein Licht direkt in Nachbarfenster oder auf die Straße fällt.

Warum sich das lohnt

Insekten orientieren sich nachts am Mond- und Sternenlicht; helles, kaltweißes Kunstlicht in Wohngebieten lenkt sie ab, zieht sie in tödliche Fallen und trägt so mit zum Insektensterben bei. Zugvögel können durch stark beleuchtete Fassaden und Himmel die Orientierung verlieren. Und nicht zuletzt: Ein Garten, der gezielt statt flächig beleuchtet ist, wirkt fast immer stimmungsvoller als einer, der komplett in Licht getaucht wird.

Unser Tipp

Weniger, aber gezielter beleuchten ist meist die bessere Wahl: eine warmweiße, abgeschirmte Wegeleuchte mit Bewegungsmelder leistet oft mehr für Sicherheit und Atmosphäre als mehrere helle Strahler im Dauerbetrieb – und schont dabei Nachthimmel, Tierwelt und Stromrechnung gleichermaßen.

 

Ausgewählte Außenleuchten

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Skybeamer, Gebäudestrahler und Straßenbeleuchtung

Besonders gefährlich für die Tierwelt, insbesondere für Zugvögel und Nachtfalter, sind so genannte Skybeamer, deren gebündeltes Licht oft kilometerweit zu sehen ist. Auch Gebäudeanstrahlung, wie sie von Kommunen häufig zum Citymarketing eingesetzt wird, haben negative Einwirkungen auf nachtaktive Tiere. Mehr als 50 Prozent der Lichtverschmutzung geht jedoch von Straßenbeleuchtung aus. Hier kann jedoch kundige Lichtplanung und der Verzicht auf UV-intensive Leuchtmittel wie Quecksilberhochdrucklampen helfen.

Was kann man dagegen tun?

Wer Außenleuchten vernünftig einsetzt, muss sich keine Sorgen machen. Ein paar Tipps helfen, wie man - ohne auf Komfort oder Sicherheit verzichten zu müssen - Lichtsmog vermeiden kann. Lichtverschmutzer sind beispielsweise nach allen Seiten, insbesondere nach oben geöffnete, also nicht auf ihren Einsatzort gerichtete Kugelleuchten oder Standlaternen mit Glasdach. Oben geschlossene Kugeln oder Wandlaternen und Schirm- und Hofleuchten verringern die Immissionen auf ein für Mensch wie Tier erträgliches Maß. Mehr Informationen zum Thema www.darksky.org.

UV-freie LED-Leuchtmittel schützen Insekten

Eine Besonderheit, die vor allem für Außenleuchten interessant sein dürfte, sind UV-Lichtfreie LED-Leuchtmittel wie die Bioledex SuperFlux LED-Birne für E27-Fassungen. Sie leistet 8 Watt und kann somit eine 60-Watt-Birne ersetzen. Mit seiner angenehmen warm-weißen Lichtstimmung und seiner kompakten Bauweise mit 12 cm Länge und 5 cm Durchmesser ist dieses Leuchtmittel nicht nur wegen seiner Energie sparenden und somit umweltschonenden Eigenschaften interessant: Sein spezielles Lichtspektrum und die verminderte Wärmeabgabe ziehen weitaus weniger Insekten an, was nicht nur für Schlafzimmer- und Außenleuchten von Vorteil ist. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt laut Hersteller 50.000 Betriebsstunden.

Leuchtmittel mit Bewegungsmelder

Eine Lösung für historische Außenleuchten, die u.a. aus stilistischen Gründen nicht mit einem Bewegungsmelder ausgestattet werden können, bietet seit einiger Zeit u.a. der US-Hersteller ESCO mit der Energiesparlampe mit Bewegungssensor ESCO ESL - 3. Dieses moderne Leuchtmittel für den herkömmlichen E27-Sockel gibt es mit einer Leistung von 20 W (= 100 W Normalbirne), es ist jedoch nur nach unten gerichtet einsatzfähig. Diese neuartige Sensorlampe ist eine kompakte Hochleistungs-Leuchtstofflampe mit automatischer Sensorsteuerung. Sie arbeitet mit Infrarot-Technologie und erkennt somit Temperaturveränderungen, die durch Bewegungen von Menschen innerhalb ihres Erfassungsbereichs verursacht werden und schaltet sich dann automatisch ein bzw. ab. Anwender können sowohl Ansprechhelligkeit wie Leuchtdauer einstellen.